gluten intoleranz

Das Problem mit dem Gluten

Vom 20.12.2020

Hallo.

Schön, dass du hier bist.

In diesem 4. Teil meiner Artikelreihe „Schluss mit Allergien und Intoleranzen“ dreht es sich nun um die Glutenunverträglichkeit.

Falls du die letzten Teile zu Lebensmittelintoleranzen noch nicht gelesen hast, findest du hier nochmal die Links:

Wusstest du, dass es zwei unterschiedliche Arten von Glutenproblemen gibt? 
Die eine ist lebenslang und gefährlich und die andere nur eine harmlose Empfindlichkeit aufgrund von ungesunder Darmflora. 

In diesem Artikel erkläre ich dir:

  1. was Gluten eigentlich genau ist,
  2. warum Tiere es intuitiv vermeiden,
  3. den Unterschied zwischen einer Glutenunverträglichkeit und einer Sensitivität,
  4. was in deinem Körper im Vergleich zu einem „gesunden“ Körper genau passiert, wenn du es nicht verträgst,
  5. und wie die beste Therapie dazu aussieht.

Konnte ich dein Interesse wecken?

Hurra!

Ok, dann los geht’s 🙂

Was ist Gluten?

Was ist Gluten

Der Begriff „Gluten“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Leim„. Das macht auch Sinn, denn Gluten hilft wie ein Kleber, dass das Brot beim Backen schön zusammenbleibt.

Gluten ist ein Getreideeiweiß verschiedener Getreidensorten wie Weizen, Dinkel, Roggen usw. 

Die Getreidesamen haben nur einen kleinen Zeitraum, um zu wachsen. Damit ihre Fortpflanzung aber sichergestellt ist, gibt die Getreidepflanze Giftstoffe in ihre Samen ab, sodass diese nicht gefressen werden. 

Wenn Insekten nun einen Samen fressen, so bekommen sie Magenprobleme, weil das Gluten ein wichtiges Verdauungsenzym bei ihnen im Magen blockiert. Daher lassen sie für gewöhnlich schnell die Finger davon, nachdem sie den Samen ein bisschen angeknabbert haben. 

Gluten wirkt im Laufe des Keimprozesses im Getreidekorn wie ein Speicherprotein, welches dem Keimling als Nährstofflieferant dient.

Zöliakie, Glutenunverträglichkeit und Glutensensitivität

unterschied gluten zöliakie

Der Begriff „Glutenunverträglichkeit“ wird meistens falsch verwendet, bzw. missverstanden.

Es gibt zwei Arten: 

  1. Die gefährliche Glutenunverträglichkeit, sie wird auch „Zöliakie“ genannt. 
  2. Die harmlosere Glutensensitivität, heißt in der Fachsprache auch „NCGS“ und steht für „Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität.

Bei der Zöliakie reagiert der Darm mit einer Entzündung, weil es eine autoimmune Reaktion gibt. Das Immunsystem reagiert quasi über und bildet Antikörper. Die Ernährung muss daher ausschließlich glutenfrei sein! „Zöliakie“ bedeutet übrigens  „an der Verdauung leidend“. Es ist eine lebenslange, chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Etwa 0,5 % der gesamten Bevölkerung leiden darunter.

Bei der Glutensensitivität, reagiert der Körper nicht mit einer Entzündung und es gibt auch keine Antikörperbildung des Immunsystems. Der Darm reagiert „lediglich“ empfindlich auf eine zu hohe Menge Glutenprodukte. Die Ernährung muss hier nicht komplett glutenfrei sein, es reicht auch, auf eine reduzierte Menge zu achten. Es haben weitaus mehr Menschen eine Glutensensitivität als eine Zöliakie.

Was passiert bei der Glutenunverträglichkeit im Körper?

Es ist etwas ähnlich wie bei der Nussallergie, die ich im ersten Artikel dieser Reihe „Schluss mit Allergien und Intoleranzen – Woher sie kommen und warum“ erwähnt habe. 

Bei der Verdauung von Gluten kommen Getreideproteine teilweise unverdaut an die Dünndarmschleimhaut. Sie können durch ihre Darmzellen wandern und ihre Zellverbindungen auflockern. Dadurch dringen diese Getreideproteine in die Darmschleimhaut ein, wo sie überhaupt nicht hingehören. 

Die aufmerksamen Immunzellen reagieren sofort und greifen sie an. Denn das Immunsystem empfindet sie als gefährliche Fremdkörper und bildet sofort Antikörper, die leider nicht nur das Gluten, sondern auch die umliegenden, eigenen Darmzellen (Darmzotten) zerstören

Diese autoimmune Reaktion führt zu einer Entzündung und Zerstörung der Dünndarmschleimhaut. Die Darmzotten, die sich in der Darmschleimhaut befinden und für die Aufnahme von Nährstoffen zuständig sind, flachen ab und haben weniger Aufnahmefläche.

gluten

Im oberen Bild siehst du links gesunde Darmzotten. Sie nehmen die Nährstoffe aus dem Darminneren auf und transportieren sie weiter in die Blutgefäße.

Auf dem rechten Bild siehst du kranke Darmzotten, die vom Immunsystem angegriffen wurden und dadurch abgeflacht sind. Sie können viel weniger Nährstoffe ins Blut aufnehmen. Daher ist eins der Symptome einer Zöliakie eine unzureichende Nährstoffversorgung.

Was passiert bei der Glutensensitivität im Körper?

Bei einer Glutensensitivität ist es zwar möglich glutenhaltige Lebensmittel ohne eine Immunreaktion zu essen, aber man sollte nicht übertreiben. Viele Betroffene merken, wenn sie sich zwei Wochen lang glutenfrei ernährt haben, dass es ihnen viel besser geht. Sie haben z.B. weniger Kopfschmerzen, mehr Energie und kein Blähbauch mehr. 

Die Glutensensitivität wird noch nicht lange erforscht. Die Diagnose hier ist weitaus komplizierter. Man muss bei Verdacht, eigenverantwortlich ein Ernährungstagebuch führen und bewusst auf die Reaktion des Körpers hören. 

Es werden nämlich keine Antikörper gebildet und die Darmschleimhaut wird nicht zerstört. Die Ursache für eine Glutensensitivität ist nicht ganz klar, aber man weiß, dass es etwas mit der Darmflora, die auf Gluten reagiert, zu tun haben muss. 

Eine darmgesunde und aufbauende Ernährung ist hier essenziell!

Glutenhaltige Lebensmittel

gluten lebensmittel

Gluten ist enthalten in:

  • Weizen,
  • Roggen,
  • Gerste,
  • Emmer,
  • Dinkel,
  • Kamut, 
  • Einkorn,
  • Grünkern,
  • Bulgur,
  • Couscous,
  • Triticale,
  • Bier,
  • paniertem Fleisch.

Alle Backwaren, Teigwaren, Flocken und Müslis, die aus diesen Getreidesorten hergestellt wurden, haben auch Gluten und sind für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit absolut verboten. 

Ebenso auch Vorsicht bei gebundenen Saucen und Suppen, da sie Mehl enthalten.

glutenunverträglichkeit

Glutenfreie Lebensmittel

Es gibt auch Getreide ohne Gluten:

  • Buchweizen,
  • Mais,
  • Reis,
  • Hirse,
  • Teff,
  • Quinoa,
  • Amaranth,
  • Kichererbsen,
  • Maisstärke,
  • Kartoffelstärke,
  • Reisstärke,
  • Wildreis,
  • Maniok,
  • Kastanienmehl,
  • Traubenkernmehl,
  • Kokosmehl,
  • Lupinenmehl,
  • Glutenfreier Hafer.

Vorsicht bei normalem Hafer, da er Gluten enthalten kann.

In fermentierten Produkten, wie Sauerteig, ist das Gluten abgebaut und nicht mehr so reaktiv. Aber in Bäckereien, die industrialisiert sind, spielt die Fermentation und Sauerteig kaum eine Rolle mehr. 

Das Mehl bzw. das darin enthaltene Gluten kommt unverarbeitet in unseren Darm und richtet dort Schäden an. 

gluten

Was sind die Symptome einer Glutenunverträglichkeit?

Menschen mit einer Zöliakie reagieren, je nach Ausmaß der Erkrankung, mit:

  • Bauchschmerzen,
  • Verstopfung,
  • Blähbauch,
  • Durchfall,
  • Übelkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Erschöpfung,
  • einem Gefühl des Benebeltseins,
  • Konzentrationsstörungen,
  • Kopfschmerzen,
  • Schlafstörungen,
  • Schwindel,
  • Nervosität,
  • Depressionen,
  • Blässe,
  • Übergewicht, das sich trotz Bemühen einfach nicht reduzieren lässt.
symptome gluten

Das Komplexe an dieser Unverträglichkeit ist, dass sie mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann. Sie kann jahrzehntelang unbemerkt sein. Der Betroffene hat manchmal Bauchschmerzen oder leidet an einer Blutarmut, die vom Hausarzt zufällig festgestellt wird.  

Wie testet man eine Glutenunverträglichkeit?

Ob du nun Gluten verträgst oder nicht, kannst du bei einem Arzt feststellen. Kurz davor musst du glutenhaltige Nahrung zu dir nehmen. Die Diagnose wird dann über eine Blutabnahme durchgeführt, indem der Arzt dein Blutbild auf Antikörper untersucht. 

Wenn du nämlich eine Glutenunverträglichkeit hast, hat dein Immunsystem bereits Antikörper hergestellt, die dann jedes Mal das Gluten im Dünndarm angreifen.

Das Leben mit Zöliakie

Zöliakie

Die beste Therapie bei einer Zöliakie ist das Ausschließen glutenhaltiger Lebensmittel aus der Ernährung.

In der Küche, sowohl zuhause als auch im Restaurant, muss auf eine strikte Hygiene geachtet werden. Es darf zu keiner Kontamination mit anderen glutenhaltigen Getreidesorten kommen.

Lebt der Betroffene in einem Haushalt nicht alleine, so sollten separate Küchenutensilien verwendet werden, wie Kochlöffel, Schneidebretter, Spüllappen, eigener Toaster usw. 

Kontaminationsquellen müssen so gering wie möglich gehalten werden.

Außerdem sollte die Ernährung 

  • frisch,
  • naturbelassen,
  • wenig verarbeitet,
  • ohne Zusatzstoffe und
  • darmgesund 

sein, denn der eh schon angeschlagene Darm braucht keine zusätzlichen Risiken.

Die Nährstoffversorgung mit Vitamin, Mineralstoffen und Spurenelementen sollte beobachtet und bei Bedarf ergänzt werden.

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Ich hoffe, der Artikel hat dir gefallen und du kannst etwas für dich mitnehmen. 

Wenn ja, würde ich mich über einen Kommentar ganz unten und dein Teilen mit deinen Freunden sehr freuen!

Vielen Dank!

In Liebe,

Viktoria

Fortsetzung...

Hier findest du den letzten Teil der Artikelreihe „Schluss mit Allergien & Intoleranzen“:

Wer schreibt hier?

Viktoria TaubergerMaster in Wirtschaftswissenschaften, Jahrgang 1986. 

Gründerin von Mantra of Balance, begeisterte Ernährungsberaterin, Achtsamkeitscoach und Holistic Health-Bloggerin für den Darm und die Seele.

Meine Herzensmission ist es, Menschen über gesunde Ernährung und Achtsamkeit zu einem gesünderen Lebensstil zu inspirieren, damit Körper, Geist und Seele im Einklang stehen.

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