Hallo.
Schön, dass du da bist!
Kennst du das, wenn du morgens schon das Gefühl hast, du könntest gleich einen Herzinfarkt bekommen, weil du so gestresst und überreizt bist, obwohl der Tag noch gar nicht richtig begonnen hat?
Du hetzt durch den Alltag, dein Puls geht durch die Decke, du kümmerst dich um alles und jeden – Kind, Arbeit, Haushalt, Familie – und am Ende des Tages fragst du dich: Und wer kümmert sich eigentlich um mich?
Du spürst, dass du gereizter bist als früher, dünnhäutiger, schnell überfordert.
Dein Körper reagiert – mit Kopfschmerzen, Verspannungen, Magenkrämpfen, vielleicht sogar Durchfall oder Müdigkeit und Erschöpfung, die einfach nicht weggehen.
In Beziehungen fühlst du dich oft verantwortlich für die Stimmung. Du merkst, wie du Harmonie herstellst, Konflikte vermeidest, dich anpasst – bis du dich selbst kaum noch spürst.
Und in der Arbeit? Naja, du funktionierst halt.
Du gibst alles. Aber innerlich bist du leer – weil nichts von dem, was du tust, dich wirklich nährt.
Viele Frauen und besonders Mütter kennen genau dieses Gefühl: stark zu sein und gleichzeitig völlig erschöpft.
So sehr im Funktionsmodus gefangen, dass sie gar nicht mehr merken, was sie eigentlich fühlen oder denken.
Der Körper läuft auf Sparflamme, die Verdauung spielt verrückt, das Nervensystem steht ständig unter Strom.
Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut – und genau deshalb liegt mir dieses Thema so am Herzen.
In meiner Arbeit als Darmgesundheitsberaterin mit Fokus auf emotionale Heilung sehe ich täglich, wie sehr Körper und Seele miteinander verbunden sind.
Und daher schreibe ich das hier für dich.
In diesem Artikel möchte ich dir auf einfache und verständliche Weise zeigen, was das alles mit deinem inneren Kind und deinem Darm zu tun hat. Wir gehen gemeinsam den Weg – von den Wurzeln in deiner Kindheit bis zu dem, was heute in deinem Körper passiert – und tauchen dabei tief in das Nervensystem und das Darmmikrobiom ein.
Konnte ich dich neugierig machen?
Super, dann viel Spaß beim Lesen.
Als Kind warst du im Überlebensmodus
Viele Frauen haben in ihrer Kindheit gelernt, brav zu sein, sich anzupassen und Erwartungen zu erfüllen. Wenn ein Kind Stress empfindet, zum Beispiel durch häufiges Schimpfen, Zurückweisung, Nicht-gesehen-Werden oder fehlende Geborgenheit, fühlt es sich nicht sicher und lernt, Sicherheit über Funktionieren herzustellen...also sich anzupassen, um möglichst nicht negativ aufzufallen und wieder Ärger zu bekommen.
Das führt zu Dauerstress und aktiviert einen Überlebensmechanismus im Körper, welcher dafür sorgt, dass die Verdauung, das Immunsystem und jetzt in unserem Fall ganz wichtig: die emotionale Verarbeitung unterdrückt werden.
Doch warum ist das so und was bedeutet das?
Emotionale Verarbeitung ist kein „psychologisches Konzept“, sondern eine körperliche Funktion, die über das Gehirn und das autonome Nervensystem läuft – also das Nervensystem, das automatisch (unbewusst) funktioniert, ohne dass du bewusst eingreifst.
Es steuert zum Beispiel:
✅ Herzschlag
✅ Atmung
✅ Verdauung
✅ Pupillenreaktion
✅ Schweißproduktion
Und es besteht aus zwei Teilen:
1. Sympathikus:
Er wird aktiviert, wenn wir Gefahr, Stress oder Herausforderungen wahrnehmen.
Als Folge schaltet er in den „Kampf- oder Fluchtmodus“, weil unser Gehirn Stress mit Lebensgefahr gleichsetzt (der Säbelzahntiger aus der Steinzeit). Dieser Modus führt dazu, dass Verdauung und Immunsystem heruntergefahren werden, weil die Energie in das Überleben gesteckt wird – also in die Muskeln und die Denkleistung.
2. Parasympathikus:
Wenn sich die Situation wieder beruhigt hat, wird der Parasympathikus aktiviert – also, wenn wir wieder Sicherheit und Ruhe wahrnehmen. Als Folge werden Herzschlag und Blutdruck gesenkt, das Immunsystem und die Verdauung wieder hochgefahren.
Der Körper kann nun die Erregung abbauen.
Und das ist die eigentliche emotionale Verarbeitung:
Spannung löst sich, Hormone sinken, und die Erinnerung wird im Gehirn einsortiert, also verarbeitet und abgelegt.
Warum du das als Kind nicht konntest
Der Teil des Gehirns (präfrontaler Cortex), der die Botschaft aussendet "Ich kann mich nun beruhigen" ist jedoch erst ab ca. 25 Jahren vollständig ausgereift. Das bedeutet, dass ein Kind sein Nervensystem nicht selbst wieder in Balance bringen kann, also sich nicht selbst regulieren kann.
Daher braucht ein Kind, um in den Parasympathikus, den Entspannungsmodus zu kommen, Co-Regulation – also das Nervensystem eines Erwachsenen, das ihm signalisiert "Du bist sicher".
Wenn diese Sicherheit nun aber fehlt, weil die Eltern selbst gestresst, abweisend oder ängstlich sind, bleibt das Kind dauerhaft im Sympathikus und die Erregung unverarbeitet im Nervensystem.
Wie ein nicht abgelegtes Dokument auf dem Schreibtisch.
Man weiß mittlerweile aus der Traumaforschung¹, dass wenn Gefühle nicht verarbeitet werden, der Körper die Reaktionen "einfriert". Es kommt zu dem sogenannten "Freeze-Zustand".
Die Gefühle verschwinden aber nicht, wenn sie ignoriert werden, sie speichern sich im Körper ab.
Stell dir vor, dein Körper drückt bei einer starken Emotion auf die Pausetaste – weil du sie nicht fühlen willst. Aber er drückt nie wieder auf Play. Die Spannung bleibt gespeichert, als ob die Szene eingefroren wäre.
Wenn du in diesem Moment die Emotion nicht ausdrückst und die Wut runterschluckst, Angst verdrängst oder bei Trauer nicht weinst, schaltet der Körper nicht automatisch zurück in den Entspannungsmodus. Der Körper hält die „nicht gelebte Emotion“ immer noch wie eine offene Schleife und die Energie bleibt im System stecken.
Normalerweise sind ja gerade Kinder und auch Tiere, die Vorbilder für uns, Emotionen direkt auszudrücken und sie so auch gleich loszulassen. Das machen sie über Weinen, Zittern und Schreien
⚠ Daher ist es so wichtig, Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Emotionen im Moment ausleben zu dürfen und sie nicht dafür zu bestrafen...was leider, besonders früher, als "Erziehung" galt. ⚠
Kinder sollen die Möglichkeit haben, ihre Emotion sofort "abschütteln" zu können, denn nur so verarbeiten sie und lernen mit der Zeit, sich selbst zu regulieren.
Viele aus der älteren Generation sehen diese neue Art der Erziehung aber oft kritisch, weil sie glauben, dass Kinder dadurch verweichlicht oder verzogen werden. Kindern ihre Emotionen zu verbieten hat nichts mit guter Erziehung zu tun, sondern mit Unterdrückung.
Der Darm speicherte deine Emotionen
In den ersten Lebensjahren entwickelt sich nicht nur unsere Psyche, sondern auch unser Darm-Mikrobiom. Das sind die Darmbakterien, die Entscheider über deine Gesundheit oder Krankheit. Es leben übrigens 95% all unserer Bakterien (also im und auf dem Körper) im Darm, erstaunlich, oder?!
Um gesund zu sein, brauchen wir etwa ein Verhältnis von 80:20 (gut:schlecht).
Unser Darm reagiert sensibel auf alles, was wir nicht verdauen können – im wörtlichen und auch übertragenen Sinn. Er wird auch als das "Bauchhirn" bezeichnet. Es ist zwar kleiner als das Kopfhirn, aber erstaunlich komplex
- Es enthält 100 bis 200 Millionen Nervenzellen, ungefähr so viel wie im Rückenmark.
- Im Vergleich: Das Gehirn hat ca. 86 Milliarden Nervenzellen.
Unser Darm und Gehirn kommunizieren ständig miteinander. Sie sind über die Darm-Hirn-Achse verbunden, das ist das Kommunikationsnetz zwischen Darm und Hirn und das autonome Nervensystem ist ein Bestandteil davon.
Wenn du also als Kind häufig Angst hattest, Streit erlebt hast oder wenig Geborgenheit erfahren hast, hat dein Nervensystem gelernt, in Alarmbereitschaft zu bleiben. Diese ständige Anspannung beeinflusste auch deine Darmtätigkeit: Deine Verdauung wurde regelmäßig unterdrückt – und das kann sich bis heute übrigens in chronischen Darmbeschwerden zeigen.
Wenn deine Verdauung nun regelmäßig unterdrückt wurde, hast du dadurch andere Bakterienkulturen ausgebildet als ein Kind, das sich sicher gefühlt hat. Auch Studien² zeigen, dass chronischer Kindheitsstress die Zusammensetzung der Darmflora verändert und die emotionale Resilienz schwächt.
Das heißt: dein Bauchgefühl wurde buchstäblich in der Kindheit programmiert.
„Dein Bauch trägt die Geschichten, die dein Herz noch nicht erzählen konnte.“
Wenn alte Wunden dein Heute bestimmen
Nun bist du erwachsen und trägst unbewusst diese alten Programme aus deinen Kindheitstagen in dir. Sie wirken leise, fast unsichtbar und doch steuern sie deinen Alltag, deine Beziehungen, ja sogar deinen Körper.
Vielleicht erkennst du dich in einigen dieser (Denk-) Muster wieder:
„Ich muss stark sein.“
Als Kind gab es vielleicht niemanden, der dich wirklich gehalten hat. Also hast du gelernt, dich selbst zu halten – koste es, was es wolle. Heute bist du die, die immer funktioniert, selbst wenn sie innerlich längst nicht mehr kann. Du trägst alles allein, willst niemandem zur Last fallen. Und genau das hält dich in ständiger Anspannung.
„Ich darf keine Fehler machen.“
Liebe war früher an Leistung gebunden. Heute perfektionierst du alles – deine Arbeit, dein Körperbild, sogar deine Spiritualität. Du willst es „richtig“ machen, weil tief in dir die Angst sitzt, sonst nicht gut genug zu sein.
„Ich bin nicht wichtig.“
Wenn du als Kind gelernt hast, dass deine Gefühle keinen Platz haben, dann spürst du sie als Erwachsene oft gar nicht mehr. Du stellst dich hinten an, kümmerst dich um alle – nur nicht um dich. Und dein Körper? Der zieht irgendwann die Notbremse.
„Wenn ich mich anpasse, werde ich geliebt.“
Dieses Muster ist tückisch, weil es so „nett“ wirkt. Du bist empathisch, verständnisvoll, hilfsbereit – und verlierst dich dabei selbst. Du spürst, was andere brauchen, aber nicht mehr, was du brauchst.
„Ich darf nicht wütend sein.“
Vielleicht war Wut in deiner Kindheit verboten. Also hast du sie geschluckt – jahrelang. Heute merkst du sie nicht mehr als Wut, sondern als Druck im Bauch, als Migräne, oder PMS. Der Körper zeigt, was die Seele verschweigt.
All diese Muster sind kein „Fehler“ – sie sind Überlebensstrategien. Und sie haben dich bis hierher gebracht.
Doch sie sind nun mal Überlebensstrategien und das heißt, dass dein Nervensystem immer noch komplett überreizt arbeitet.
Und nun hole ich den Darm nochmal ins Boot, damit sich der Kreis aus Vergangenheit und Gegenwart schließen kann.
Wenn das innere Kind im Bauch wohnt
Du bist nun in der Gegenwart und erwachsen.
Dein Nervensystem ist immer noch im Überlebensmodus...der Sympathikus steuert deinen Alltag.
Dadurch wird deine Verdauung immer noch sehr oft unterdrückt, was dazu führt, dass dein Darm träge wird und es passiert folgender Prozess:
Am Ende haben wir ein ungesundes Mikrobiom im Darm und DAS ist ein Problem für unsere Gesundheit.
Ich hatte ja schon weiter oben geschrieben, dass unsere Darmbakterien die Herrscher unserer Gesundheit oder Krankheit sind, denn ein Ungleichgewicht des Mikrobioms hat zahlreiche (mögliche) Folgen:
- chronische Darmkrankheiten, wie Reizdarm, Durchfall, Völlegefühl, Verstopfung
- Unverträglichkeiten, SIBO, Allergien
- Entzündungen im Körper
- Hormonprobleme
- Hautprobleme
- Übergewicht
- Heißhungerattacken
- Nervenkrankheiten
- Angstzustände und sogar Depressionen!
Du wunderst dich über das letzte?
Wir wissen ja mittlerweile, dass die Psyche (in unserem Beispiel die Themen aus der Kindheit) einen Einfluss auf unseren Darm hat.
Aber es geht auch andersherum:
Etwa 95% des Serotonins (Glückshormon) wird im Darm von den guten Darmbakterien produziert.
Sind diese aus deinem Darm vertrieben worden, kannst du größtenteils kein Serotonin mehr bilden.
Und es gibt zwei interessante Studien zu diesem Thema:
1. Studie³: In dieser Studie nahmen Forscher Stuhlproben von Menschen mit einer schweren Depression und transplantierten sie in keimfreie Ratten (also Tiere ohne eigenes Mikrobiom). Nach der Transplantation zeigten die Tiere ein Verhalten, das typisch für depressive Zustände ist: weniger Motivation, geringere Freudeempfindung und veränderte Stresshormonwerte. Das Ergebnis: Das depressive Mikrobiom allein reichte aus, um depressive Symptome auszulösen – ohne dass die Tiere je psychischen Stress erlebt hatten.
2. Studie⁴: In dieser Studie tranken 36 Frauen vier Wochen lang zweimal täglich ein fermentiertes Milchprodukt mit spezifischen Probiotika-Stämmen. Davor und danach wurden ihre Gehirne per fMRT untersucht, während sie emotionale Gesichter betrachteten. Nach den vier Wochen zeigte sich: Die Frauen, die Probiotika konsumierten, hatten veränderte Aktivitätsmuster in Hirnregionen, die mit Emotionen, Aufmerksamkeit und sensorischer Integration zusammenhängen. Das Ergebnis: Nahrung kann messbar die Art verändern, wie unser Gehirn Emotionen verarbeitet – und zwar in nur einem Monat.
Diese Erkenntnisse zeigen: Körper und Psyche sind untrennbar verbunden.
Was du denkst und fühlst, formt nicht nur dein Erleben – sondern auch dein Mikrobiom. Und umgekehrt: Was in deinem Darm passiert, prägt, wie du dich fühlst, reagierst und regenerierst.
Wenn du also beginnst, dich um deinen Körper zu kümmern, ihn zu nähren, zu entlasten, zu beruhigen, dann schickst du eine leise, aber kraftvolle Botschaft an dein Nervensystem:
„Ich bin endlich sicher. Ich darf loslassen.“
Vielleicht erkennst du dich in vielem wieder. Und das ist gut.
Denn Bewusstsein ist der erste Schritt zur Veränderung.
Du musst nichts „wegmachen“. Du darfst nur anfangen zu fühlen – dich, deinen Körper, deine Grenzen.
Mit jedem Atemzug, mit jeder Mahlzeit, mit jedem Moment, in dem du kurz innehältst, beginnst du, alte Muster umzuschreiben.
Dein Körper hört dir zu.
Und er erinnert dich daran: Heilung passiert, wenn du wieder bei dir ankommst.
Wenn du magst, kannst du dir hier unten mein kostenloses Mini-Hörbuch holen – eine sanfte Begleitung, um dich liebevoll mit deinen Emotionen und deinem inneren Kind zu verbinden.
Und falls du tiefer in die ganzheitliche Heilung eintauchen möchtest: Weiter unten findest du einen Link zu meinen Kursen und Rezeptbüchern zur Darmgesundheit.
Ich hoffe, der Artikel hat dir gefallen und du kannst etwas für dich mitnehmen. Wenn ja, würde ich mich über dein Teilen mit deiner Community sehr freuen!
In Liebe, Viktoria
Hol dir mein Mini-Hörbuch für 0€
Lerne, deine Gefühle liebevoll anzunehmen – und ihre Kraft für dich zu nutzen.
Spürst du den Ruf nach Veränderung in dir?
Dann lass uns gemeinsam herausfinden, welcher Weg dich gerade am besten unterstützt.
➼ Entdecke meine Kurse, E-Books & 1:1-Begleitungen und finde das Angebot, das jetzt zu dir passt:
Hallo, ich heiße Viktoria
Hallo, ich heiße Viktoria
Zertifizierte ganzheitliche Gesundheitsberaterin mit Fokus auf Darmgesundheit, Nervensystemregulation und emotionale Heilung.
Ich unterstütze Frauen dabei, alte Muster zu erkennen, die Wurzeln ihrer Erschöpfung zu verstehen und wieder in echte Balance zu kommen – körperlich und seelisch.
In meinen Artikeln und meinen Kursen teile ich Wissen, das Wissenschaft und Seele verbindet – für Frauen, die spüren: Heilung beginnt im Inneren.
Diese Artikel könnten dir auch gefallen:
Studien:
1: Posttraumatic Stress Disorder and the Nature of Trauma von Bessel A. van der Kolk et al. (1996).
2: Multigenerational adversity impacts on human gut microbiome composition and socio‑emotional functioning in early childhood von Querdasi et al. (2023).
3: Kelly JR et al. "Transferring the blues: Depression-associated gut microbiota induces neurobehavioural changes in the rat." Journal of Psychiatric Research, 2016.
4: Tillisch K et al. "Consumption of fermented milk product with probiotic modulates brain activity." Gastroenterology, 2013.
Wie dein Darm dir zeigt, dass du dich selbst vergessen hast
